Archive for July, 2009

Beijing

Chrissy July 28th, 2009

Wir sind übrigens inzwischen in China. Nach 30 Stunden Zugfahrt sind wir angekommen, völlig erledigt und verschwitzt.

Es ist heiß, voll und die Stadt faszinierend. Heute kommt dann erst mal der Touristenpart: sightseeing. Demnächst wollen wir natürlich noch zur Mauer und das am liebsten alleine und an eine nicht so touristische Stelle. Dann mit Sack und Pack an der Mauer langwandern, zelten und co. natürlich inbegriffen. Bin gespannt und werde dann berichten.
Danke übrigens für die netten Kommentare, freue mich immer sehr darüber. Machts gut und bis die Tage
Lg Chrissy

Die zweite-zweite Klasse bzw. die dritte Klasse

roland.ellerweg July 27th, 2009

Nach einer Woche Moskau geht es auf die erste Etappe der Transibirischen Eisenbahn, Moskau-Ekaterinburg. Die Wegbeschreibung die mir meine Couchsurferin zum Bahnhof gegeben hat ist brillant, weswegen ich noch 45 Minuten Wartezeit habe. Am Bahnhof angekommen wird erstmal ähnlich wie im Flugzeug mein Gepäck gewogen (das sollte auf der ganzen Weiterreise nie wieder vorkommen). Nach der Gepäckkontrolle begebe ich mich auf den Bahnsteig. Mein Zug steht schon bereit, allerdings sind alle Türen verschlossen. Zehn Minuten vor Abfahrt öffnen sich die Türen. Vor jedem Wagon postiert sich ein Schaffner der Tickets und Reisepässe kontrolliert. Nachdem meine Unterlagen als OK befunden wurden, finde ich mich in der zweiten-zweiten Klasse bzw. der dritten Klasse wieder.

Mein Wagon besteht aus einem einzigen großen Schlafsaal. Auf der rechten Fensterseite befindet sich pro Fenster ein Hochbett. Auf der linken Seite befinden sich pro Fenster jeweils vier Betten, Abteil ähnlich aufgebaut, jedoch ohne Türen. Zwischen den vier Betten zur linken und den zwei Betten zur Rechten befindet sich ein Gang. Ganz vorne im Wagon kann von einer Art Kessel kostenlos heißes Wasser genommen werden. Weiterhin gibt es pro Wagon zwei Toiletten, die ausgeschiedenes mit etwas Wasser vermengen und direkt auf die Schienen weiterleiten (In Bahnhöfen sind die Toiletten natürlich gesperrt).

Mein Bett befindet sich in Wagon 13 und hat die Nummer 13 (was Böses erahnen lässt). Es liegt in einem der Tür-Losen Abteile mit vier Betten wovon aber bisher noch keins belegt ist. Ein paar Minuten später gesellen sich jedoch zwei gleichaltrige Russen mit ihrer Mutter zu mir (sowieso scheine ich der einzige nicht Russe im Wagon zu sein). Einer der Russen kann 3 Wörter Englisch, der andere kann 3 Wörter Deutsch und ich kann mittlerweile 3 Wörter Russisch. Wir unterhalten uns also angeregt.

Etwa eine Stunde nach Abfahrt packen die Russen ihr Essen aus. Es gibt kalte Hähnchenschenkel, gekochte Eier, Brot, Wurst, Käse, Gurken, Tomaten, Süßes Gebäck… um es kurz zu machen – ein Festmahl. Die Russen laden mich herzlich ein mit ihnen mitzuessen. Ich zögere da ich mich an die Warnung meiner Couchsurferin in Moskau erinnere die gesagt hat, dass ich niemals Essen von anderen annehmen soll. Das Zögern hält aber nicht lange und ich habe schnell einen der kalten Hähnchenschenkel im Mund.

Nach und auch schon während des Festmahls gibt es, wie soll es anders sein, Wodka. Weiterhin bieten mir die Russen auch noch eine Art Kräuterlikör den sie „Balsam“ nennen und Bier das sie von einer Frau mit Bauchladen im Zug kaufen an. Trotz sprachlicher Hürden werde ich also wiedermal absolut warmherzig empfangen.

Einige Stunden später schlägt das Pech dann wirklich zu. Mitten im Nirgendwo fällt die Stromversorgung der Lokomotive aus. Für sechs Stunden sind wir gestrandet bei Brühtender Hitze. Einer der Russen erzählt mir, dass ihm das in 10 Jahren regelmäßiger Zugfahrt zum ersten Mal passiert. Mein Glück ist also wirklich kaum zu fassen. Die Russen nehmens jedoch sympatischerweise gelassen. Schnell wird ein Lagerfeuer aus den umliegenden Birkenwäldern zusammengetragen und gemeinsam musiziert. Ich nutze die Gelegenheit um den Zug aus allen Perspektiven zu fotografieren. Irgendwann des Nachts zieht uns dann eine Ersatzlokomotive zurück in den letzten Bahnhof von wo die Reise nach Jekaterinburg fortgesetzt wird.

Moskau

roland.ellerweg July 27th, 2009

Von Sochi buche ich meinen ersten Flug auf der Reise. Er geht in die russische Hauptstadt Moskau. Ich nehme den Bus von dem Hostel zum Flughafen. Dort angekommen stoße ich auf ein sandiges Rollfeld und, wiedermal, auf kein Wort Englisch, wobei einen das nicht mehr allzu sehr verwundert. Die Zollbeamten checken meinen Pass sowie meine Registrierung die ich gottseidank von dem sündhaft teuren Hotel Moskva in dem ich die erste Nacht verbracht hatte, erhalten habe (insofern hatte das ganze vielleicht doch was Gutes). Nur ein paar Minuten Später sitze ich im Aeroflott-Flieger der irgendwie von der Sandigen Rollbahn abhebt. Unter mir erstreckt sich Adler, Sochi und Krasnaja Poljana. Bei dem Anblick und nach den hier gemachten Erfahrungen drängt sich mir immer mehr die Frage auf, wie die Olympischen Spiele von Russland gestemmt werden sollen. Vermutlich wird 2014 alles ein wenig mehr Schein als Sein werden. Seisdrum. Nun freue ich mich auf ein paar schöne Tage in der russischen Hauptstadt

Nach ca. 4 Std Flug, auf dem es übrigens tatsächlich was zu essen gab, lande ich in Moskau. Ich hole meinen Rucksack vom Gepäckband und reiße so schnell wie möglich meine Jacke heraus. Bislang hatte ich eigentlich immer Temperaturen um die 30 Grad genossen. Moskau ist jedoch anscheinend von diesen sommerlichen Temperaturen verschont geblieben. Nach dem ich mich eingepackt habe folge ich der Wegbeschreibung die mir eine Couchsurferin zu ihrer Wohnung gegeben hat.

Auf dem Weg zu ihr lerne ich bereits die erste Attraktion von Moskau kennen, die Metro. Die absichtlich alt gestalteten Stationen erinnern teilweise mehr an ein Museum als an eine Funktionstüchtige U-Bahn. Grund sind die Braungrauen Kacheln an den Wänden, die Weißen decken die an ein Kirchengewölbe erinnern, die in manchen Stationen vorkommenden aufwändig gestaltete Figuren die das Moskauer Leben nachahmen und, vor allem, die den 60ern nachempfundenen Hängeleuchten, die im Windzug der Metro hin- und her-schwingen. Meine Eltern haben übrigens ähnlich alte Leuchten an den Wänden ihres Haus hängen. Allerdings haben die Leuchten in der russischen Metro Stil und die bei meinen Eltern eher nicht (und wieder enterbt ;-) ).

Die Wohnung von der Couchsurferin finde ich auf Anhieb was mir nicht viel nützt, denn niemand ist da. Wir schicken ein paar SMS hin und her und vereinbaren ein Treffen um 21:00 Uhr. Ich beschließe die restliche Wartezeit mit meiner Lieblingsbeschäftigung zu verbringen, essen. Schließlich, um 21:00 Uhr, treffe ich sie an der Wohnung an.

Meine Gastgeberin scheint einer der typischen Moskauer Einwohner zu sein. Das heißt weiblich, die Kreditkarte ein wenig überbeansprucht aber noch nicht hoffnungslos überlastet und permanent am arbeiten (Als Englischlehrerin und Übersetzerin). Bei ihr hole ich einige Empfehlungen zur Transibirischen Eisenbahn ein. Sie rät mir in Ekaterinburg und in Irkutsk halt zu machen. Mich selber zieht es ins Altai Gebirge welches südlich von Nowosibirsk liegt. Die drei genannten Städte bilden also meine weitere Route: Moskau-Ekaterinburg-Nowosibirsk und schließlich Irkutsk. Nachdem die Route klar ist gehe ich gemeinsam mit ihr zum Bahnhof um die Tickets zu kaufen (allein hätte ich das wohl auch geschafft aber es wäre doch ungleich komplizierter gewesen). Insgesamt Zahle für die 5185 km 5000 Rubel, etwa 125 Euro (Vermutlich ist Hamburg-München im ICE teurer). Allerdings sind die Tickets auch für die dritte Klasse bzw. für die zweite-zweite Klasse (Klassennamen variieren aus keinem erkenntlichen Grund), was immer das auch heißen mag. Nach dem die Weiterfahrt organisiert ist widme ich die nächsten Tage der Stadterkundung.

Insgesamt verbringe ich sieben Tage in Moskau und ich bin mir nicht mal sicher, ob sieben Tage für diese Stadt ausreichend sind. Die Top Sehenswürdigkeit ist natürlich der Kreml und der Rote Platz für die man schon allein 2 Tage veranschlagen kann. Weiterhin lohnt sich das alte Olympiagelände, das Hauptgebäude der Universität von dem man Moskau überblicken kann und der Nordpark (den Namen habe ich vergessen) der zahlreiche Denkmäler die an die russische Raumfahrt erinnern sollen enthält. Darüberhinaus haue ich noch ein wenig Kohle für eine Bootsfahrt auf der Moskva auf den Kopf. Die Bootsfahrt bietet dabei nochmal eine ganz andere Perspektive auf den Kreml und den Roten Platz.

Nach dem ich nun erläutert habe, was es alles an Sehenswürdigkeiten gibt und einen kurzen Einblick in die Moskauer Lebensweise gegeben habe, möchte ich den nun folgenden letzten Abschnitt, speziell meinen männlichen Zeitgenossen widmen. Ich bin mir sicher, dass nach meinen Ausführungen die Visumsanträge bei der russischen Botschaft in die Höhe schnellen werden…

In Deutschland sind die Statistiken für uns Männer ja eher ernüchternd. Auf 10 Jungs kommen je nach Bundesland ca. sieben bis acht Mädels, in Aachen sind es gefühlte vier. Ganz selten gibt es ein Fifty-Fifty Verhältnis. Erst im Alter gleicht sich das ganze allmählich durch das frühere Ableben der Männer aus (kein Wunder das wir früher Sterben bei diesen trostlosen Zahlen). In Russland verhält sich das ganze anders. Auf 10 Mädels kommen ca. 7 Jungs was dazu führt, dass die Mädels ihre Reize sehr bewusst einsetzen während die Jungs wie die bei uns in den 80ern ausgestorbene Adidas-Trainingsanzug-Gangster rumlaufen. Konkret heißt das für die Mädchen: Minirock und tiefes Dekolleté beim Shopping und beim Müll raus tragen. Discos erinnern an amerikanische Coyote Uglys mit dem feinen Unterschied, dass es sich bei der russischen Version nicht um bezahltes weibliches Personal, sondern um ganz normale Gäste handelt. Kriegt man in Russland einen Kulturschock, dann sind es vermutlich nicht die russisch Orthodoxen Kirchen mit den Zwiebeltürmen oder das Militär, dass überall anzutreffen ist, sondern die russischen Frauen.

Ein bißchen rumgewandert

Chrissy July 19th, 2009

Wir waren wandern und campen!
Es war super, es war anstrengend und es war zudem ver(w)irrend aber vor allem hat es Spaß gemacht. Wir sind los mit dem Plan zuerst nach Dzuunmod zu fahren, dort auszusteigen und von da aus innerhalb von vier Tagen zurück bis Ulan Bator zu laufen. Guter Plan, hat so nur leider nicht ganz funktioniert. Aber mal zum Anfang.
Wir haben einen großen Teil unserer Sachen bei unserem Host gelassen und sind frohen Mutes los gestapft.
Zuerst einkaufen: Essen und Trinken besorgen für vier Tage ohne Zivilisation. Besonders wichtig dabei der Wasservorrat. Damit war auch das Gewicht der Sachen die wir hier gelassen hatten wieder drauf. Puh. Naja, es würde ja definitiv jeden Tag etwas leichter
werden.
Dann los ins Touristenbüro in der Hauptpost, Landkarte besorgen. Mit der Karte bewaffnet dann ab zur Hauptsraße ein illegales Taxi anhalten (davon gibt es tausende und die sind billiger). Dann mussten wir dem Fahrer nur noch irgendwie erklären, dass wir zum Busbahnhof wollen um dort den Minibus zu nehmen. Leichter gesagt als getan. Der Fahrer war jedoch sehr bemüht uns zu verstehen und sich die Karte genau anzusehen während er uns einhändig durch den mörderischen Verkehr gelenkt hat. Dann irgendwann schien er zu verstehen. Was wir dann erst nicht verstanden, war, dass er anhielt und uns aus seinem Taxi warf. Er wollte uns wohl mitteilen, dass wir den regulären Bus Nr. 8 bis zum Busbahnhof nehmen können. Das wäre einfacher und billiger. Sehr nett, vor allem, da er kein Geld wollte für die Fahrt. Sehr hilfsbereites Kerlchen. Allerdings schüttelte der Busfahrer immer wehement den Kopf und war wohl was die Richtung angeht ganz anderer Meinung. Wir also wieder raus aus Bus Nr. 8 und erst mal ratlos an den Straßenrand gesetzt. Rucksäcke vom Rücken geschnallt und den Stadtplan studiert. Keinen Plan!
Leider fanden wir dann die nächsten Minuten auch niemanden der sich auf Englisch mit uns hätte Unterhalten können. Dann endlich, nach unzähligen Versuchen, ein der englischen Sprache mächtiger Mensch, der uns auch sogleich das Navigationsproblem erklären konnte: Drei Busbahnhöfe in Ulanbator und jeder für andere Minibusse. Aber er wusste Rat und wir hatten endlich eine Richtung. Damit auch wirklich nix mehr schief gehen konnte war der Herr so nett uns auf mongolisch aufzuschreiben wohin es denn nun endlich gehen sollte. Nach kurzer Taxifahrt waren wir dann dort und hatten Glück, denn der Minibus war noch da und auch noch zwei Plätze frei. Die Rucksäcke wurden mit Gewalt vom Fahrer hinter den Vordersitzen verstaut, wir dahinter platziert, das Fahrtgeld eingesammelt und los ging die rasante Fahrt.
Nun gut, in Dzuunmod angekommen mussten wir uns orientieren. Keine Ahnung, mal wieder. Also einfach los in die wahrscheinlichste Richtung. Es dauerte nicht lange und zwei kleine 11jährige Mädchen klebten interessiert an uns und boten uns an uns die Richtung zu zeigen (so vermuteten wir nach langem Hin und Her mit Händen und Füßen). Die Mädchen begannen dann, nachdem ihnen ihre englischen Sätze (zwei) ausgegangen waren, einzelne Wörter zu übersetzen und Chrissy eine Unterrichtsstunde in Mongolisch zu verpassen. Das ging dann so: Arm raus, auf den nächsten Gaul gezeigt. “Englisch: horse” “Mongolian: korin” … und immer so weiter und dann von vorn. Das war süß, zumindest die ersten Minuten lang und dann wurd es anstrengend. Naja, die Richtung stimmte auf jeden Fall und wir konnten uns an der Straße orientieren.
Nach einigem Fußmarsch, ca. 1 1/2 Stunden, waren wir dann am Eingang zum Nationalpark (einer von vielen in der Gegend, aber wenigstens tatsächlich der Park zu dem wir wollten). Den Eintritt von 3000tug (1,50 Euro) bezahlt und weiter. Die Straße sollte bis zu einem alten Kloster führen das wir uns ansehen wollten. Kurz nach passieren des Tores, haben wir uns dann aber entschlossen unser Zelt aufzuschlagen um nicht in die Touristenzone zu kommen. Also von der Straße weg und ins Unterholz geschlagen. Im Wald haben wir dann unser Zelt aufgeschlagen. Was wir zu diesem Zeitpunkt nicht wussten: der Platz wurde von einem Krähenschwarm in Anspruch genommen und die haben dann die ganze Nacht ne Menge Radau veranstaltet. Aber wir sind ja recht hart im Nehmen. Es gab noch was zum Essen, gekocht mit Rolands tollem Campingkocher und zum Einschlafen nen Film von Rolands tollem Netbook. (Muß manchmal sagen wie toll doch sein Equipment ist). Am Morgen dann ne Stulle, nen schwarzen Kaffee und nen Apfel zur Stärkung. Alles eingepackt und wieder los. Muss ja schon sagen, wir campen recht kompfortabel. Weiter, immer der Straße nach und schon nach kurzer Zeit waren wir dann am Parkplatz des Touristencamps beim Kloster. Da wir Zeit hatten, erst noch nen Kaffe, in Ruhe die Karten studieren und orientieren. Also: wo liegt Ulan Bator? Ungefähr in dieser Richtung. Und los. Hoch zum kloster, alles in Ruhe angesehen und daran vorbei, den Berg hoch. Das hat wirklich Spaß gemacht, trotz Rucksack. Wir waren außer Atem, zudem wohl recht langsam, aber wir haben den Berg bezwungen und wurden mit einer tollen Aussicht belohnt. Dann fing es leider an zu regnen. Wir haben unsere Rucksäcke geschützt und uns eingemummelt und sind weiter gestapft. Nach langem Marsch durch unbekannten Wald mit nur einer groben Vorstellung der Richtung kamen wir dann…. wieder beim Kloster raus. Puh, im Kries gelaufen. Schon blöd, aber naja, hat ja Spaß gemacht und wir haben ja Zeit. Also dann erst mal ein trockenes Plätzchen suchen, denn es hatte begonnen aus Kübeln zu schütten. Nach einer Suppe und nem Bier und langem warten, dass es aufhört zu regnen, sind wir dann wieder los und haben uns einen neuen Zeltplatz gesucht. Kaum waren wir da, wurd das Wetter besser und der Platz war einfach traumhaft. Bei Tee am Lagerfeuer haben wir den Tag dann gemütlich ausklingen lassen. Sehr schön und eine angenehme Erschöpfung nach der Rumwanderei.
Am folgenden Tag sind wir den Berg hoch und einfach mal drauf los gewandert. Den Plan nach Ulan Bator zu wandern hatte ich (Chrissy) schon längst aufgegeben, aber Roland war stur und es sollte sich zeigen, dass er im Gegensatz zu mir einen Orientierungssinn besitzt. Das Problem: neben weiten offenen Flächen waren da vor allem Wälder die sich über die Berge zogen. Nach unserer Erfahrung mit Waldspziergängen am Tag zuvor, waren wir nun doch vorsichtig. Aber wohl nicht belehrt genug.

Also, Augen zu und durch! Das sollte eine anstrengende Tour werden! Viele Mücken im Wald, sumpfige Abschnitte und der Verlust der Orientierung haben zumindest bei mir für ein wenig Angst gesorgt. Aber wir waren ja gut ausgerüstet. Ich war jedoch wirklich ausgesprochen froh als wir den Wald enldich verlassen konnten und wir waren beide wirklich unglaublich erschöpft. Zu dem Zeitpunkt waren wir dann ca. vier Stunden am Stück gelaufen und das durch wirklich anspruchsvolles Gelände mit Kilos auf dem Rücken. Ich hätte also doch vorher mehr trainieren sollen :-) . Aber auch hier die Aussicht wieder Entlohnung genug und auch wieder die Erkenntnis, dass wir nicht wirklich da gelandet sind wo wir hin wollten. Inztwischen war auch Roland von der Idee ab nach Ulan Bator laufen zu wollen und unsere Wasservorräte wurden langsam knapper. Am Horizont war eine kleine Ansiedlung
erkennbar und wir fassten den Plan uns durch den Wald (mal wieder) am kommenden Tag bis dahin durchzuschlagen.Hauptsache Zivilisation, wir wollten ja schließlich Sonntags wieder in Ulan Bator ankommen. Wieder ein wunderschöner Campingspott und wir mit dem Gefühl weit oben auf dem Berg, die ganze Welt gehöre uns. Es ist schon wirklich besonders, zwei Tage laufen zu können, ohne einen Menschen oder Anzeichen von Zivilisation anzutreffen. Selbst bei der weiten Aussicht kann man nur selten einen Blick auf Ansiedlungen werfen. Eine sehr schöne Erfahrung. Hinzu kommt die körperliche Anstrengung, die alles in allem sehr gut tut und die Belohnung am Abend: Lagerfeuer, Essen, Aussicht und dann die müden Knochen zur Ruhe betten. Kleiner
Wehrmutstropfen bei mir: Loch in der Luftmatratze. Damit war das Hinbetten nicht ganz das was es hätte sein können. Und tatsächlich haben wir es durch den Wald geschafft und sind auch wirklich da raus gekommen wo wir hin wollten. Wir werden besser! Dann immer der Straße nach und schon bald trafen wir auf die ersten Menschen. Nach einer weitern Stunde wandern wurden wir dann sogar per Anhalter mitgenommen (auch ein Erlebnis für sich, aber die Mongolen sind wirklich ein hilfsbereites Völkchen, das muss ich schon sagen!) bis zur Hauptstraße die nach Ulan Bator führt. Und wisst ihr was: wir lagen gar nicht so falsch und hätten wir alle Tage genutzt wäre unser Vorhaben tatsächlich möglich gewesen. Nach der Erfahrung haben wir uns auch gleich einen Kompass gekauft (sorry an die Truppe, die mir einen geschenkt hat, der liegt leider in einer Kiste in Deutschland, habe ihn vergessen). Morgen gehts dann wieder wandern. Dies mal aber nur für zwei Tage und wir bleiben in der Nähe der Straße um kein Risiko einzugehen.

Noch mehr Ulanbataar

Chrissy July 15th, 2009

Hallo zusammen,
da wir in den letzten Tagen recht fleissig mit unserer Berichterstattung waren, gibt’s gar nicht so viel zu berichten. Wir sind immer noch in Ulan Bator, haben jedoch inzwischen vom Hostel zu einem Couchsurfer gewechselt. Ein netter Typ, der hervorragend Englisch spricht, uns sehr gut aufgenommen hat und mit dem wir heute Abend seinen Geburtstag feiern werden. Das Hostel war zwar o.k. und wir haben dort eine Menge netter Leute getroffen, aber es zieht uns nach einigen Tagen dann doch immer an andere Orte. Leider sitzen wir derzeit mehr oder weniger in Ulan Bator fest, da wir einige Schwierigkeiten mit dem chinesischen Visum hatten. Die sind da sehr pingelig, auf der anderen Seite jedoch nicht so recht arbeitswuetig und wir mussten ein zweites und drittes Mal hin und werden auch noch ein viertes Mal hin muessen, bis wir endlich das Visum in Haenden halten. Da wir also immer mal wieder in die Botschaft muessen, die nur an drei Tagen die Woche auf hat, zudem hier Feiertage waren und wir umsonst dort aufgekraeuzt sind, wir das Ganze noch ne Weile dauern. Wobei das gar nicht wirklich das Problem an der Sache ist. Von uns aus haben die Zeit bis zum 24. um die Visa fertig zu machen. Da wir bereits Zugtickets nach Beijing fuer den 25. haben, wissen wir, dass wir eh so lange bleiben muessen. Leider sind alle moeglichen, interessanten Unternehmungen aufwendigere Touren fuer die wir ein Woche benoetigen. Das geht jedoch nicht, da wir ja andauernd wieder in die bl… Botschaft muessen. Also haengen wir derzeit ein wenig rum, denn eigentlich ist Ulan Bator auf die Dauer langweilig, das Land drumherum ist das Interessante. Naja, derzeit ueberlegen wir, was so alles moeglich ist. Ein Besuch in der Wueste Gobi waere schoen gewesen, nimmt aber zu viel Zeit in Anspruch, ebenso wie ein Beusch am grossen See im Norden (habe den Namen vergessen). Dann dachten wir: mieten wir doch ein Motorrad und fahren einfach mal raus. Aber das scheint nicht zu funktionieren. Fuer Motorradfahrten gibts nur Touren, einfach ne Maschine leihen ist nicht moeglich und die Touren sind unheimlich teuer. Also wird’s wohl darauf hinauslaufen, dass wir ein wenig wandern gehen. Direkt bei Ulan Bator sind ein paar Berge, da gehts dann mit Sack und Pack rauf und wir koennen jederzeit entscheiden wann’s zurueck gehen soll. Das einzige Problem dabei: wir werden wohl Wasser und Essen fuer drei Tage mitschlepen muessen, da es auf dem Weg nix gibt wo wir Vorraete besorgen koennen. (Genial, man geht einfach in irgend eine Richtung aus der Stadt und was einem begegnet sind Weite und Stille) Nicht mal nen Fluss gibt’s auf dem Weg, oder anderes Gewaesser. Bin gespannt. Freue mich drauf, dass wir uns mal wieder richtig bewegen. Auch wenn wir hier viel zu Fuss laufen, sind wir doch eher faul und es wird Zeit, dass wir weiter kommen.
Heute gibt’s dann wie gesagt erst mal ne mongolische Geburtstagsparty. Auch das wird sicher spannend.
So, das war’s wieder mal fuer heute.
Lg Chrissy

Krasnaja Poljana

roland.ellerweg July 14th, 2009

Am nächsten Morgen ist der gestrige „Hotel-Frust“ schon wieder ein wenig verflogen. Ich packe meine Sachen und begebe mich ins Hotel Restaurant zum Frühstück. Es gibt Weißbrot mit Marmelade sowie süßes- und herzhaftes Gebäck. Ich stopfe soviel wie möglich in mich hinein um die 50 Euro Übernachtungskosten reinzuholen. Danach schnappe ich mir meinen Rucksack und schleppe ihn gefülltem Bauch zum Bahnhof. Das Hostel was ich am Tag zuvor gebucht hatte, hat mir eine Wegbeschreibung vom Bahnhof Adler nach Krasnaja Poljana per Email geschickt. Ich hoffe also, dass ich am Bahnhof einen Zug von Sochi nach Adler buchen kann.

Am Bahnhof angekommen Reihe ich mich in eine der zahlreichen Schlangen ein. Nach ca. 15 Minuten bin ich endlich dran. Leider sind meine Kommunikationsversuche mit der Dame am Schalter nicht von Erfolg gekrönt. Immerhin deutet sie nach einer Weile auf einen anderen Schalter. Ich reihe mich in die nächste Schlange ein in der Hoffnung, dass ich hier verstanden werde. Erneut vergehen die Minuten …

Während ich warte fällt mir ein jüngerer Mann mit seiner Mutter auf der direkt vor mir in der Schlange steht. Ich spreche ihn auf Englisch an und tatsächlich bin ich diesmal erfolgreich. Ich frage ihn, wie ich am besten nach Adler bzw. direkt nach Krasnaja Poljana komme. Er empfiehlt mir ein Taxi, einen Zug würde es nicht geben. Ich folge seinem Rat, gehe aus dem Bahnhof raus und spreche den nächsten Taxifahrer an. Die Fahrt soll etwa 2000 Rubel, etwa 50 Euro, kosten. Fast so viel wie die Übernachtung im Hotel. Ich lehne dankend ab behalte den Preis aber im Hinterkopf. Danach begebe ich mich zum nahegelegenen Busbahnhof und frage einige wartende Personen nach einem Bus Richtung Adler. Fragen heißt dabei, dass ich meine Sätze auf das wichtigste reduziere, nämlich „Adler“. Sie deuten auf eine sogenannte „Matruschka“ (eine Art Minibus). Diese fährt für 40 Rubel nach Adler (etwa 1 Euro). Triumphierend steige ich ein und genieße die Fahrt.

Die Fahrt nach Adler dauert etwa 30 Minuten. Von dort aus soll ich laut Hostel den Bus Nummer 105 nehmen um nach Krasnaja Poljana zu fahren. Dieser kommt einige Minuten nach meiner Ankunft. Ich zahle weitere 100 Rubel und über Schotterwege geht es endlich zu meinem eigentlichen Ziel.

60 Minuten später hält der Bus im nirgendwo. Endstation. Ich steige aus und frage nach dem Straßennamen bzw. zeige verschiedenen Personen den Straßennamen auf Kyrillisch. Bei zwei Polizisten bin ich erfolgreich. Sie sagen, dass ich am besten ein Taxi nehmen soll (das scheint die Antwort auf alles zu sein). Ich gehe zurück zu dem Bus. Ein paar Schritte gegangen hält mich einer der Polizisten die ich gerade nach dem Weg gefragt hatte auf und bietet mir eine Fahrt für 300 Rubel, etwa 7,50 Euro, an. Ich willige ein und finde mich 15 Minuten später in dem unscheinbaren Hostel wieder. Endlich…

Das Hostel wird von einem ca. 50 Jährigen, langharrigen Russischen Hippie betrieben. Die Gäste sind allesamt etwa so alt wie ich, Russisch und arbeiten an der Verwirklichung von Olympia 2014 (wovon man aber bisher nicht viel sieht). Wie nicht anders zu erwarten war, sprechen weder Gastgeber noch Gäste Englisch. Ich stelle mich also auf zwei schweigsame Tage ein.

Den kleinen Rest des Tages verbringe ich mit ein wenig Wandern, Lesen und Blog schreiben. Am Abend kommt schließlich der Hausherr mit einem anderen Gast der ein paar Wörter auf Englisch sprechen kann in mein Zimmer. Sie fragen mich, ob ich nicht lust hätte mit ihnen und den anderen Gästen in die Sauna zu gehen. Ich willige ein und einige Stunden später machen wir uns mit den russischen Jeeps auf den Weg in die Sauna.

Wir halten an einem Einfamilienhaus. Offensichtlich wurde das gesamte Hostel von Freunden eingeladen. Wir ziehen uns um und gehen gemeinsam in die Sauna. Die Russen tragen dabei allesamt eine Art Wollhut. Auch ich setze den Hut auf und stelle verwundert fest, dass der Kopf mit Hut kühl bleibt. Somit kann ich viel länger in der Sauna ausharren. Nach der Sauna essen wir gemeinsam frischen Fisch und Pfannkuchen mit einer Art Hackfleischfüllung. Alles wird mit Bier und Vodka runtergespült, wobei ich mich eher an das Bier halte. Unterhalten kann ich mich leider nicht viel da das Englisch das die Russen können schnell aufgebraucht ist. Dennoch genieße ich die mir entgegengebrachte Gastfreundschaft sehr.

Am nächsten Tag leihe ich mir ein Mountainbike von einem der Gäste und fahre ein wenig durch die Berge. Abends kommen Freunde des Hostels und gemeinsam wird im Garten Vodka getrunken und Suppe gegessen. Ich trinke und esse zwar mit, bin aufgrund der Sprachblockade aber immer ein wenig außen vor. Irgendwann, ich komme gerade vom Klo, kommt mir einer der Russen entgegen der ein wenig Englisch spricht. Er bringt mir einen Russischen Satz bei (den ich leider wieder vergessen habe), der übersetzt etwa „lasst und einen Trinken Jungs“ heißt. Ich begebe mich in den Garten sage den Satz und alle Russen springen wild jubelnd auf und schenken mir schnell ein Glas Vodka ein (der übrigens relativ wässrig schmeckt und immer mit was herzhaften, z.B. einer Gurke runtergespült wird). Den Rest des Abends kommunizieren wir angestrengt auf Englisch, Russisch, Deutsch und wenn alle Strike reißen mit unserem Körper. Alkohol verbindet halt…

Ulanbataar

Chrissy July 3rd, 2009

Hallo Zusammen,
ich bin jetzt endlich auch unterwegs. Bin gestern, ohne groessere Vorkommnisse waehrend des Fluges hier in Ulan Bator gelandet und wir waren auch gleich ordentlich unterwegs. Heute geht es auf einen Ausflug ueber mehrere Tage. Mit dem Jeep raus, wandern, schwimmen, reiten, zelten, … was fuer ein Spass. Haben nette Begleitung: Hilde mit ihrer kleinen 6jaehrigen Tochter, verstehen uns gut und ich denke das werden ein paar tolle gemeinsame Tage werden. Sind in der Zeit natuerlich wieder mal nicht zu erreichen. Internet wirds wohl nicht geben und die Telefone sind wohl auch aus. Wir melden uns dann spaeter wieder.
Ganz liebe Gruesse aus der Ferne natuerlich auch vom Rolli und von mir noch mal danke an alle die an mich gedacht, mich verabschiedet, mir geholfen haben die letzten Wochen zu ueberstehen bis es endlich los ging. Danke! Drueck Euch!
Lg Chrissy

(05.07.2009)
Also wie bereits gemeldet, bin ich gut angekommen und es geht mir gut.
Der Flug war ne langsame und recht eintönige Angelegenheit. Ich hatte leider das Pech einen Platz in der Mitte zu bekommen, eingeklemmt zwischen zwei (leicht) übergewichtigen Chinesen. Daher war Bewegung etwas Seltenes in den 10 Stunden Flug bis Peking. Dort habe ich dann einen Deutschen getroffen, der ebenfalls auf dem Weg nach Ulan Bator war und habe gemeinsam mit ihm den Rest des Weges verbracht. In Ulan Bator gelandet, stellte ich fest, dass ich eine Stunde früher da war als angekündigt. Ich stand also etwas ratlos in der Eingangshalle, nachdem mein Mitreisender sofort von einem Mongolen an die Hand genommen und davongeschliffen wurde. Ein  Taxifahrer witterte seine Chance und stürtzte sich auf mich. Das taten ihm seine Kollegen dann gleich. Nach kurzem Gerangel und mehrfachem NEIN! ließen die Meisten von mir ab. Dieser eine jedoch war besonders hartnäckig und blieb an mir dran. Das war zuerst etwas lästig, dann wurde es ärgerlich und dann tatsächlich lustig, da er mir auf Schritt und Tritt folgte, egal wohin ich ging. Das hat von Weitem bestimmt lustig ausgesehen, da ich ganz bewusst Schleifen gelaufen bin um herauszufinden was der denn so alles mitmacht. Antwort: Alles! :-) Naja, wir sind dann beide in Gelächter ausgtebrochen und er hat mich gefragt, ob er mir helfen kann. Daraufhin hat er mich zum Geldwechselschalter geführt, mir gezeigt wo ich gemütlich warten kann und wie ich am besten die Kollegen die kommende Stunde lang abwehren kann. Das fand ich dann so super, dass ich ihm nen Kaffee spendiert habe. Er hat dann tatsächlich mit mir zusammen so lange gewartet bis mein Begrüßungskommando eintraf. Sehr netter Kerl, wenn auch etwas merkwürdig, liegt  womöglich an kulturellen Unterschieden. Ich war ihm auf jeden Fall ganz dankbar!
Roland wurde dann freudeschreiend von mir über den Haufen gerannt als er kam. Bin froh, dass ich endlich wieder ein Auge auf ihn haben kann ;-) .
Über unsere Gastgeberin war ich dann etwas entsetzt. Schon der erste Eindruck war alles andere als gut und das sollte sich später noch mehr als bestätigen. Dazu aber lieber ein anderes Mal mehr und nicht so öffentlich. Sagen wir nur soviel: wir haben es nur noch eine Nacht dort ausgehalten und haben dann gemeinsam mit der anderen Couchsurferin Reisaus genommen. Das war dann auch die beste Entscheidung.
Am ersten Tag sind wir gemeinsam mit unserer Gastgeberin, Hilde (Holländerin) und ihrer Tochter (Isabella) durch die Stadt gezogen. Hilde und ihre Tochter sind toll, wir verstehen uns gut. Wir haben uns dann nach Touren erkundigt. Was für Touren in der Gegend möglich sind, was diese kosten und uns schlußendlich für eine Tour mit einem mongolischen (nicht englisch sprechenden) Fahrer entschieden, der uns hier fleißig durch die Gegend kutschiert. Bei der Buchung der Tour hatten wir uns gewundert, warum es nicht möglich ist einfach ein Auto zu mieten und selber los zu sausen. Die Erkenntnis kam schnell: unmöglich. Ein Land ohne befestigte Straßen, kilometerweite Sicht ohne jegliche Orientierungspunkte, keine Schilder, Regeln, Straßenbegrenzungen, … wir wären hoffnungslos verloren gegangen ohne unseren Fahrer. Der ist zudem ein echt nettes Kerlchen, der sich bemüht uns alle Wünsche zu erfüllen, uns wirklich überall hinbringt, mit uns mongloisch übt und auch ohne Englisch in der Lage ist das wirklich Wichtige zu vermitteln. Die Fahrten sind halsbrecherisch, Entfernungen hier immer länger und weiter als vorher gedacht. Der Fahrer aber nimmts gelassen und fährt immer, ich wiederhole: immer, 65km/h, egal wie die Strßen beschaffen sind. Das macht Spaß, man benötigt jedoch stellenweise gute Nerven und ein starkes Rückrat (Bandscheibenvorfälle sind vorprogrammiert). Ich habe so manches Mal an die Invaliden zuhause gedacht (angesprochene Wissen wer gemeint ist) und auch an die ein oder andere Liebhaberin europäischer Reihnlichkeitsstandarts musste ich bereits merhfach denken. (Auch hier wissen angesprochenen Damen, wer gemeinst ist ;-) ). Die Plumpsklos hier sind nämlich ein Erlebnis für sich, vor allem, da sie in der Regel in der Sonne stehen. Aber man nimmt, was man bekommt, ist immer noch besser als gar kein Klo (das ist eher die Regel) und dann aufs offene Feld zu gehen.
Die erste Tournacht haben wir an einem wundeschönen Fleckchen Erde verbracht. Eine atemberaubene Aussicht, bomben Wetter und ein Lagerfeuer zwischen unseren Zelten. Einfach traumhaft.

Am nächsten Tag gings zu einer Klosterbesichtigung und abends an einen Fluß zum campen. Morgens gabs dann die Dusche im Fluß. Kalt, aber erfrischend und wirklich zu empfehlen.

Heute waren wir ausreiten, jawoll und haben alle wundgescheuerte Stellen an Po, Beinen und Co., wir haben  bis morgen genug, zumindest alle außer Roland. Der wollte gleich noch mal drei Stunden reiten. Morgen gibts dann noch ne Runde für ihn. Wir schlafen dann diese Nacht in einem der Nomadenrundzelte. Wurden bereits gut mit Essen und trinken versorgt und genießen nun die Sonne. Roland schnarcht, die Kleine fängt Ziegen (oder versuchts zumindest), Hilde liest und ich tippe was das Zeug hält.  So, das wars für den Anfang.
Erwartet bloß nicht immer so ausfürliche Berichte, dazu fehlen Zeit und Lust.
Waren uebrigens auch Kamelreiten! Siehe Filmchen! Fun!
Bis zum nächsten Mal.
Lg Chrissy

06.07.2009
Das Pferdereiten war ein echtes Erlebnis. Leider sind wir eher gehoppelt als geritten und unsere Begleiter hatten eine Menge Spaß uns bei unseren unbeholfenen Veruschen zuzusehen. Wir hatten auch unsere Freude und haben uns ziemlich schnell mehr getraut. Das Kommando für “Lauf schneller” war Stufenlos, je öfter man es gerufen hat, desto schneller wurden in der Regel die Pferde. Die mongolischen Pferde sind kleiner als die bei uns, grad noch größer als ein Pony und ziemlich robust. Außerdem, aber das ist wohl international: störrisch :-) . Ich wurde ein mal nach vorne abgeworfen. Die Folge war ein geschwollener Daumen, ein Schreck und ein wenig mehr Respekt vor der ganzen Angelegenheit. Roland konnte jedoch nicht genug bekommen und hat sich am Nachmittag noch ein mal auf den Gaul geschwungen. Uns reichten die bisherigen Prellungen und wunden Stellen und wir begnügten uns mit ein bißchen spazieren bzw. gaaaannzzz langsamem nebenherreiten :-) . Roland war dann also mit einem der Guides alleine unterwegs und hat das Tempo voll ausgereizt. Nach einer Pause mit Jakwodka, wurde Roland auf dem Rückweg zweimal vom Pferd geworfen. Das erklärt dann auch, warum ihn der Guide später ganz langsam im Schlepptau ins Lager gebracht hat. Aber trotz alledem, hat der Ausritt eine Menge Spaß gemacht.

Heute wollten wir zu einer heißen Quelle, da waren wir auch um genau zu sein, da gefiel es uns aber nicht, da dieser Ort viel zu sehr auf Tourismus ausgelegt war. Zum Leidwesen unseres Fahrers, der  übrigens ein spitzen Typ ist, wollten wir also weiter und der musste noch eine weite Strecke hinter sich bringen, was definitiv keinen Spaß gemacht hat. Aber nun sitzen wir an einem wunderschönen Fluß, am Lagerfeuer, haben den Sonnenuntergang genossen, gut gespeist (der Fahrer hat mongloische Suppe mit Ziegenfleisch gekocht, war sehr lecker und gut mal zu wissen welche Sorte Fleisch wir da nun eigentlich essen) und alles ist super. Roland wird uns jetzt einige Fotos seiner Reise zeigen, daher ist an dieser Stelle wieder Schluß für heute. Macht’s gut!

11.07.2009
Inzwischen sind wir schon wieder den dritten Tag in Ulanbataar. Hilde ist heute morgen abgereist, mit dem Zug nach Beijing. Heute ist Nadam, das grosse mongolische Volksfest. Als ich grad unten im Shop Kaffe kaufen war, schien mir die Stadt recht ausgestorben, im Gegensatz zu sonst. Wahrscheinlich sind schon alle unterwegs zum Stadion wo die grosse Auftacktveranstaltung stattfindet.  Normalerweise hört man im Hintergrund beständiges hupen, das fehlte irgendwie. Bin mal gespannt was das Nadam nun wirklich für ein Event ist. Man kann für, soweit wir wissen, Minimum 25 Dollar das Stück, Karten für die Auftacktveranstaltung im Stadion kaufen. Das is ne Menge Knete hier. 2000 der mongolischen  Währung sind 1 Euro. Wir hantieren hier mit großen Scheinen. Der kleinste hat den Wert 10, was umgerechnet ein halber Cent ist. Münzen gibt es gar nicht erst. Wir wollen das Geld fuer die Tickets nicht ausgeben und schauen uns mal in der Stadt um was da so passiert heute und nach der Auftacktveranstaltung solls eh billiger sein. Und heute Abend gehen wir auf ein Konzert, zusammen mit einem anderen Pärchen das wir hier kennengelernt haben. Wir wissen zwar alle nicht um was für ein Konzert es sich handelt, aber wir werden uns einfach überraschen lassen.  Gestern Abend waren wir alle zusammen was essen und hatten einen schönen Abend. Die beiden sind auch auf Weltreise, jedoch am Ende angelangt. Es ist spannend sich mit ihnen auszutauschen und womöglich können wir ein bißchen von ihren Erfahrungen profitieren. Allerdings sind sie auf andere Weise gereist, mit einem Around-the-world-ticket. So wie wir es zu Anfang auch vor hatten. Ich glaube jedoch unsere Variante passt besser zu uns und wir haben da die ganz richtige Wahl getroffen.

Grad wollte ich heißes Wasser für unseren Kaffee kaufen. Kaffee bedeutet hier: Instant, richtigen Kaffee scheinen die nicht zu kennen oder nicht zu mögen, wie auch immer. Wobei wir bereits ein Päckchen Jakobs Krönung gesehen haben, allerdings zu einem utopischen Preis. Die andere, und am weitesten verberietete Kaffeevariante ist Three-In-One. Bedeutet: ein Päckchen mit Instantkaffee, Kaffeeweißer und Zucker.  Wobei laut Inhaltsangabe der Zucker 50 Prozent ausmacht und der Kaffee damit nicht mal ein Drittel. Genauso schmeckt das Zeug dann auch. Und genau das bekommt man auch in Restaurants als Kaffee serviert. Ekelig. Will ich nun also heute morgen einen Kaffee genießen, bedeutet das Arbeit. Ich habe eine neue Packung Instantkaffee gekauft. Das hieß: aus dem 5 Stock runter, über die Straße und dann das Ganze wieder zurück. Heißes Wasser gibt es jedoch nur an der Rezeption und daher habe ich, schlau wie ich sein kann, die Thermoskanne aus dem Zimmer gleich mit runter gebracht. Dann habe ich der Rezeptionsdame, die kein Englisch spricht, mit  Gestiken zu verstehen gegeben, dass ich heißes Wasser brauche (das war anhand der Kanne dann recht einfach) und (und das war schon kniffliger), dass ich erst noch in den Shop gehe und danach das Wasser mit rauf nehme. Bin also los gestapft und als ich zurück komme, steht die Kanne noch genau dort wo ich sie abgestellt habe und ist weiterhin leer. Nach einigem hin und her wird klar: es gibt noch kein heißes Wasser, das muss sie erst aufsetzen, ich solle in einer halben Stunde wieder kommen. Ich als Deutsche weiß nun nicht wieso man zum Wasserkochen eine halbe Stunde braucht, aber nun ja, anderes Land, andere  Sitten, anderes Tempo. Also wieder hoch in den 5. Nach einer halben Stunde wieder runter. Wasser? Fehlanzeige! Ist noch nicht fertig. Zuerst lässt die Dame einen Teil des heißen (aber noch nicht kochenden Wassers) in einen Kanister ab. Ich glaube, damit es schneller geht. Ich stehe 5 Minuten sinnlos neben der Rezeption herum und werde dumm angeschaut. Dann versuche ich ihr bgreiflich zu machen, dass es nicht kochen muss, heiß reicht schon. Aber ich ernte immer nur ein ratloses Kopfschütteln und ein No. Ich sehe  das als Weigerung mir nicht kochendes Wasser auszuhändigen und stapfe wieder nach oben. Dort sage ich Roland, dass er doch bitte gleich mal gehen soll, da die Dame sonst Verletzungen riskiert. Vor meinem Kaffe bin ich halt noch etwas reizbarer :-) . Aber, oh wunder, nach 3 Miuten steht die Dame im 5. Stock  vor unserer Zimmertür und bringt das heiße Wasser höchst persönlich. Ich habe wohl wieder mal zu böse geschaut, daran werde ich noch arbeiten müssen. Und jetzt: gibt’s Kaffee! Also bis dann.

Eine halbe Stunde spaeter:

Gleich ziehen wir in ein anderes Hostel um. 6 Dollar die Nacht war ein guter Preis für das Zimmer hier, aber nachdem Hilde weg ist, steigt der Preis auf 9 pro Person und wir müssen ja sparen. Daher ab in ein 10er Zimmer in einem anderen Hostel. Dafür gibts dort Frühstück und ich hoffe auf weniger Aufwand um an meinen Morgenkaffee zu kommen :-) . Einen Internetanschluß solls dort auch geben und vielleicht schaffe ich es ja das Geeschriebene einzustellen. Da wir mit unserer Chronologie ein wenig durcheinander geraten sind werden wir auf dem Blog Kategorien bilden, eine für mich, eine für Roland, das macht das Ganze etwas übersichtlicher. Werde jetzt mal meinen Kram zusammensammeln. Bis denne dann. Chrissy