17. August Coral Bay – Wildlife Adventure

Chrissy September 2nd, 2010

Juchuh, endlich Morgen. Wir stehen früh auf, mit guter Laune und voller Erwartungen. Nur Sören, bleibt liegen und genießt es ausschlafen zu können, hat ja quasi sturmfrei der Gute. Acht Uhr sollen wir am Laden sein, halb Neun soll’s los gehen. Wir entscheiden uns für einen schnellen, heißen Kaffee vom Bäcker und sitzen, nach guter deutscher Manier um Punkt acht Uhr im Laden. Wie immer viel zu früh, der Rest der Meute trudelt erst um halb Neun ein und los geht’s dann auch mit australischer Gemächlichkeit. Egal, haben ja den ganzen Tag Zeit.
Roland ist bevor es los ging übrigens noch den Platz verlängern gewesen. Dabei hat er festgestellt, dass wir eigentlich nur zwei Tage dort stehen dürfen. Da uns das jedoch niemand zuvor gesagt hat, lassen sie uns das noch ein Mal durch gehen und auch Roland verlängert erfolgreich für nur 44 Dollar. (Chrissy: Mppfff).
Mit einem Kleinbus geht’s los zum Anlegeplatz. Die Gruppenstärke von gerade mal neun Leuten gefällt, da übersichtlich. Das Boot gefällt erst recht und das Meer lässt uns wieder ein Mal tief Luft holen als es in Sicht kommt: Stunning! Unser Skipper ist ein braungebrannter Kerl mit blonden Locken, der uns mit viel, echter oder gespielter (egal), Begeisterung begrüßt. Die beiden jungen Damen die sich gemeinsam mit ihm um uns kümmern sind auch sehr nett und wir fühlen uns in guten Händen. Das Wetter hat zu unserem Glück gut mitgespielt und wir hatten nach Regen in der Nacht einen strahlenden Tag.
Los ging’s!
Gemächlich verließ das kleine Boot den Ankerplatz und wir tuckerten in Richtung offenen Meeres. Jeder hat sich ein nettes Plätzchen gesucht um die Fahrt angemessen zu genießen. Unten gab es Kaffee, Tee und Säfte, vorne eine schöne Aussicht und oben ein nettes Schwätzchen mit dem Skipper. Noch etwas kühl, haben wir in unsere Jacken gehüllt dagesessen und die langsam wärmer werdende Sonne auf unseren Gesichtern genossen.
Die erste Sichtung folgte bald: ein Delphin. Gesehen hatten wir ja bereits welche, dieser jedoch, das war neu, wollte spielen. Der Skipper, schon erfahren, hat ein wenig Fahrt raus genommen und so dem Delphin die Chance gegeben die Bugwelle zu reiten. So haben wir Kreise gedreht und der Delphin ist immer wieder „aufgesprungen“. So konnte man ihn ganz aus der Nähe beim Schwimmen betrachten. Allein das, war schon atemberaubend. Es sollte mehr kommen!
Zweite Sichtung: Buckelwale. Zwei und auch diese neugierig. Wir haben Stunden damit verbracht neben ihnen her zu fahren. Jeder mit der Kamera im Anschlag und sie kamen sehr sehr nahe ans Boot heran. Zudem gab’s die Möglichkeit die Walgesänge anzuhören. Dazu wurde ein spezielles Mikro ins Wasser gelassen und über Lautsprecher konnten wir den Gesprächen unter Wasser folgen. Wundervoll klingt das, vor allem wenn man weiß, dass da tatsächlich in diesem Moment Wale unter einem singen. Toll! Ach ja: die Wale sahen ja schon groß genug aus neben unserem Bötchen, aber was wir erst erfuhren: man sieht in der Regel nur 10% des Körpers über Wasser, holla, was für sanfte Ungetüme.
Ein Flugzeug wurde für uns in die Luft geschickt um nach einem Manta-Rochen Ausschau zu halten. Da es leider keinen entdecken konnte, ging’s erst Mal Schnorcheln. Das Riff ist atemberaubend! Wir sind also in unsere Schwimmanzüge gestiegen, Taucherbrille, Schnorchel und Flossen an: los ging’s. Wunderschön diese Unterwasserwelt. Die Fische kommen unglaublich nahe an einen heran, die Korallen sind farbenprächtig, das Wasser unheimlich klar. Wir hatten zudem das Glück ein wenig davon mit unserer Kamera einfangen zu können. Das Highlight: wir haben einen Hai gesehen, auf wenige Meter ist er an uns heran geschwommen. Das war atemberaubend! Chrissy hat es sogar geschafft dieses Erlebnis aufzunehmen.
Puh, wir waren bereits glücklich mit den Dingen die wir gesehen hatten. Einfach der Wahnsinn.
Nach dieser kleinen Sporteinlage gab es erst Mal Mittagessen. Die beiden jungen Damen hatten ein spitzen Buffet aufgefahren und wir uns die Bäuche mit dick belegten Brötchen, Salat und Obst vollgeschaufelt, waren wir doch regelrecht ausgehungert.
Weiter ging’s!
Dritte Sichtung: Schildkröten, viele Schildkröten. Wir hätten sie, wie so vieles andere, wahrscheinlich gar nicht bemerkt. Immer wieder sah man kleine Köpfe aus dem Wasser auftauchen, zum Luft holen. Dabei könnten diese Tiere mehrere Stunden die Luft anhalten. Eine kam direkt neben dem Schiff aufgetaucht und wir konnten einen genauen Blick auf sie werfen. Wunderschöne Tiere.
Das Flugzeug war wieder in der Luft, erneut auf der Suche nach dem Rochen. Am Ende hat unser Skipper den Rochen vom Boot aus ausgemacht und wir sind wieder in die Anzüge gestiegen und tatsächlich mit diesem großen Tier geschwommen. Mit über drei Metern Spannweite beeindruckt auch dieses Unterwasserwesen sehr und wir konnten bis auf zwei Meter heran schwimmen und es ganz in Ruhe beobachten. Uns fehlen die Worte, immer noch!

Fazit des Tages: ein atemberaubender, wundervoller, absolut perfekter Tag voller Eindrücke und Informationen. Diese Tour war wirklich jeden Cent wert. Armer Sören, da hat er wirklich was verpasst.
Ausklang des Abends: Essen und DOKO, wie könnte es anders sein.

Coral Bay

Chrissy August 22nd, 2010

15. August Carnavon nach Coral Bay
Auf Coral Bay haben wir uns bereits sehr gefreut, die Beschreibungen klangen spitze und wir wollten endlich mal ins Wasser. Wir wurden nicht enttäuscht!
Auf dem Weg dorthin fielen uns viele, kleine, braune Erdhügel in der Landschaft auf. Da wir uns nicht sicher waren worum es sich handelt, haben wir kurzerhand angehalten und uns die Sache mal näher angeschaut. Des Rätsels Lösung: Termitenhügel, Unmengen Termitenhügel um genau zu sein. Wow, wie viele Termiten das sein müssen. Wahnsinn und auch wie groß diese kleinen Tierchen bauen, unglaublich. Wir waren fasziniert.
Coral Bay, ein Ort am Ningaloo Riff, nur 190 Einwohner und mindestens doppel so viele Touries. Das Ningaloo Riff ist das größte Küstenriff der Welt, d.h. es ist einfach vom Strand aus zu erreichen. Was wir nicht ahnten: es ist Feriensaison. Das merkten wir, als wir bei dem einen der zwei Campingplätze feststellen mussten, dass dieser voll ist, komplett ausgebucht. Also schnell zum anderen, Glück gehabt, da gab’s noch ein Plätzchen, wobei auch das schon ein Ausweichstellplatz war. 49 Dollar die Nacht, für einen Stellplatz mit Strom, das war o.k.
Kaum geparkt, haben wir uns auch schon in unsere Badeklamotten geworfen und sind zum Strand gewetzt. Es war sonnig, heiß und genau das richtige Wetter für einen Schnorchelgang. Da Roland bis zu diesem Zeitpunkt der Einzige mit Schnorchelsachen war, mussten seine Brille und sein Schnorchel im Wechsel für alle reichen. Nach einem kurzen Blick ließen wir Roland dann fleißig weiter Schnorcheln und der Rest von uns war zufrieden einfach nur im kühlen, klaren Nass dümpeln zu können. Der Strand traumhaft und die Bucht wunderschön entstand sogleich Urlaubsstimmung! Das was wir beim Schnorcheln zu sehen bekamen fanden wir schon ganz gut, wunderten uns aber zunächst, da nicht wirklich atemberaubend. Bald wurde uns klar, wir waren an der falschen Stelle, das Riff hält durchaus was es verspricht.
Der Abend wurde mit langem, heißen duschen und einem guten Essen eingeleitet und endete in einer sehr lustigen Runde American Asshole mit den Schweizern, die wir am Zeltplatz wiedergetroffen haben.
Und wieder die Erkenntnis: So lässt es sich leben!

16. August Coral Bay
Am kommenden Tag haben wir ausgeschlafen und ganz in Ruhe gefrühstückt. Sören ist dann los um den Platz für eine weitere Nacht zu verlängern. Interessanter Weise kostete ihn das 5 Dollar weniger als zuvor Chrissy, wahrscheinlich hat er dem jungen Mädel hinterm Schalter erfolgreich schöne Augen gemacht ;-) . Dann sind wir zum Internetcafé und von dort aus zu einem Laden um uns Schnorchelequipment zu leihen. 6 Dollar für einen halben Tag. Als wir nun da so im Laden standen, haben wir uns doch auch gleich mal nach Touren erkundigt und prompt eine gebucht. Für 190 Dollar, einen ganzen Tag mit dem Schiff unterwegs sein und mit Glück Wale, Delphine, Schildkröten und Co. sehen, zudem Schnorcheln und mit einem Manta-Rochen schwimmen. Das klang gut. Alles inklusive Equipment und Essen. Guter Preis! Zudem klang das alles einfach wunderbar und wir waren schon ganz aufgeregt und konnten es nicht erwarten. Sören hat leider ausgesetzt, er wollte das Geld lieber später in einen Tauchkurs investieren. Er sollte das bereuen.
Den Rest des Tages haben wir mit faulen am Strand rumhängen und schnorcheln verbracht. Zum Mittag gab‘s ne Fritte und nen Milchshake und Chrissy hat gratis noch nen leichten Sonnenstich mitgenommen (seufz). Daher ging’s für Chrissy zurück zum Auto und ab in den Schatten, egal, sie konnte die Zeit nutzen um Berichte für die Heimat zu verfassen und Fotos zu sortieren. Auch dieser Abend endete mit einem gepflegten Essen und stundenlangem DOKO spielen.

14. August Shark Bay nach Carnarvon

Chrissy August 21st, 2010

Carnarvon bot Station zum Auffüllen unserer Vorräte. Daher haben wir ganz in Ruhe einen Großeinkauf gemacht, unsere Wasserreserven aufgefüllt und sind tanken gewesen. Wirklich viel von der Stadt haben wir nicht gesehen und wir sind auch nicht sicher ob das lohnenswert gewesen wäre. Was uns auf jeden Fall auffiel war der hohe Anteil Aborigines auf den Straßen. Leider sah keiner von denen besonders gesund, vertrauenswürdig noch glücklich aus. Größten teils waren dreckig, heruntergekommen, betrunken und rumlungernd boten sie eher ein trauriges Bild.

Der nächste Zeltplatz wurde zu einem kleinen Abenteuer. Wir bogen vom Highway 1 ab und landeten auf einer nicht asphaltierten Straße. Das ist an sich ja kein Problem, nur leider macht sich unser Van auf diesen Straßen nicht besonders gut. Vor allem, da diese meist von Querrillen durchzogen sind und wir nur mit Schrittgeschwindigkeit voran kommen. Wir wussten wir haben noch ca. 40 km vor uns und das hätte bei dem Tempo doch so einige Zeit in Anspruch genommen. Leider wurde es bereits langsam dunkel und wir fahren ungern in der Dunkelheit. Nach kurzer Diskussion entschieden wir es dennoch zu versuchen und machten uns auf den mühsamen Weg. Die Entscheidung entpuppte sich als richtig, da nach etwa 4 km die Straße dann doch wieder asphaltiert war. Wir freuten uns und Chrissy gab Gas. Während der Fahrt kam, für die Spannung, hinzu, dass es links und rechts von der Straße viele Kühe und Kälber umherstreunten und aus unerfindlichen Gründen auch gerne ganz langsam über die Straßen liefen. Chrissy hätte beinahe ein Kälbchen mitgenommen, das sich entschlossen hatte auf der Straße ne kleine Pause einzulegen. Keine Sorge, es war nicht wirklich knapp, hat aber gereicht allen einen kleinen Schrecken einzujagen. (Am nächsten Tag lag übrigens an dieser Stelle tatsächlich ein totes Kalb auf der Straße.) Auch die letzten 4 km bis zum Zeltplatz entpuppten sich als unbefestigt, aber wir schafften es ohne weitere Zwischenfälle dorthin. Der Platz lag tatsächlich auch sehr abgelegen, mitten im Outback. Dennoch war es überraschend voll. Unser Campingführer nennt diesen Platz als einen der besonderen, empfohlen vom Autor. Das liegt jedoch daran, dass er da war, als der dortige Fluss Wasser führte. Unser Timing ist da leider schlechter und alles völlig ausgetrocknet. Die Wasserstandanzeigen am Straßenrand, die uns immer wieder begegnen, lassen darauf schließen, dass das in der Regenzeit anders ist. Allerdings ist das derzeit schwer vorstellbar. Sowieso egal, wir fanden‘s super und der Sonnenuntergang vor der Kulisse war atemberaubend. Wie so oft und so gerne, haben wir ein Feuer gemacht. Diesmal gab es Steak, echt lecker, wenn auch eine echte Sauerei. Dazu gab’s indisches Chiabatti und Bohnen aus der Dose. Ein Essen das, das echte Camperherz höher schlagen lässt.
Am nächsten Morgen fanden wir beim Einladen den vielen roten Sand nicht mehr so schön, klebte er doch an allem dran. Aber auch das konnte die Stimmung nicht verhageln und wir haben ganz in Ruhe gepackt und unsere mobile Campingdusche ausprobiert. Ein schöner Spot, mal wieder.
Weiter ging’s, nächster Halt: Coral Bay.

12. – 14. August Kalbarri nach Denham/Monkey Mia (Shark Bay)

Chrissy August 21st, 2010

Wir wollten uns die Stromaloiten anschauen.
Das sind Bakterien/Organismen, diese sind mehrere millionen Jahre alt und spielten eine wichtige Rolle bei der Entwicklung von Leben auf der Erde. Diese Stelle bei der wir waren bietet einzigartige Bedingungen so, dass diese Formationen überleben konnten. Es gibt sie in dieser Form nirgendwo sonst auf der Welt.
Leider hat die nette Dame am nahegelegenen Campingplatz, bei der wir uns nach dem Weg erkundigt haben, nichts davon gesagt, dass man die bei Flut leider nicht sehen kann. Ratet mal! Egal, der Weg dahin hatte auch was und wir unseren Spaß mit einem verwinkelten Steg welcher Dank Flut immer wieder von Wellen geschwemmt wurde. Zwei kleine Kinder hatten daran bereits quietschend Freude und wir haben uns gleich mit ins Getobe gestürzt. Schei… auf Stromaloiten. Das dazugehörige Video ist leider im Eifer des Gefechtes gelöscht worden, aber wer uns kennt, kann sich uns bestimmt lebhaft vorstellen. Jetzt stellt sich nur die Frage, ob wir diese Sehenswürdigkeit nun guten Gewissens auf unsere „Haben wir gesehen Liste“ schreiben können.
Vor lauter Reisefreude, Gequatsche, Rumgestaune und schlechten Kalkulationsfähigkeiten sind wir dann auf der Strecke nach Denham beinahe liegen geblieben: der Tank war leer. Haben irgendwie die Tankstelle verpasst. Die Nadel zuckte gefährlich immer näher an den Nullpunkt heran und wir hatten Schiss, dass wir es nicht schaffen. Es ist ja nicht so, als gäbe es in Australien an jeder Ecke eine Tanke. Wir haben sogar in einem Shop ein Bild mit verschiedenen australischen Straßenschildern gesehen und auf einem war zu lesen: „next service 550 km“, das würden wir mit einer Tankfüllung gar nicht schaffen. Zudem mangelt es an einer Warnleuchte und aus irgendeinem Grund zeigt die Tanknadel nie ganz voll an. Wir trauen dem Braten also nicht so recht. Doch wir hatten Glück und es gab kurz vor Denham dann doch noch eine Tankmöglichkeit. Allerdings handelte es sich dabei um eine einzelne, einsame Zapfsäule am Parkplatz eines Urlaubsresorts. Puh, da hatte sich der Preis dann gewaschen und die Dame die uns die Zapfsäule aufschloss schien ziemlich genervt von den blöden Touristen. Egal, der Tank wieder voll, wir glücklich und weiter ging die Fahrt.

Die schlechten Kalkulationsfähigkeiten machten sich dann auch beim Zeitmanagement bemerkbar und so wurde es unsere erste Fahrt bei Dämmerung und wir erreichten den Campingplatz erst als es bereits dunkel war. Zum Glück ist uns keines dieser selbstmordgefährdeten Kängurus vors Auto gehüpft, so ohne extra Stoßstange wäre das auch ganz schöner Mist.
Der Campingplatz war auch nix anderes als eben genau das, ein Platz zum campen. Keine Toiletten, keine Duschen, kein gar nix, nur ein Fleckchen Erde an dem man halt gut campen kann. Wir wussten es am Abend noch nicht so recht, doch es handelte sich um einen traumhaften Spot direkt am Wasser, in einer Bucht. Wundervoll. Gefunden haben wir auch dieses Juwel (Fowlers Camp) nur dank unseres Campingführers, der verrät uns vor allem immer wo wir denn kostenlos bleiben können ohne irgendwelche Gesetze zu brechen. Dort sind wir dann auch zwei Nächte geblieben und haben zum ersten Mal das Zelt über Tag stehen lassen.
Wir sind dann am nächsten Tag mit leichtem Gepäck nach Denham rein gefahren und haben uns bei der Touristeninformation erkundigt über die Sehenswürdigkeiten der Gegend. Denn auch wenn der Lonely Planet das Sehenswerteste listet, es gibt immer noch ein wenig mehr, das man schon selbst herausfinden muss.
In Denham haben wir dann noch den Waschsalon genutzt, das war dringend nötig und sind dann am Wasser frühstücken gewesen. Als Highlight gab es frische Brötchen vom Dorfbäcker und frische Wurst vom dortigen Metzger. Alle waren sich einig: unschlagbar solch ein Frühstück. In der Bäckerei traf Chrissy auf eine übergewichtige, laute, anstrengende und recht rücksichtslose Familie: Deutsche. Sie hat sich erst als Deutsche zu erkennen gegeben als diese verschwunden waren und auch nur um der Verkäuferin zu versichern, dass Deutsche nicht alle so sind. (Chrissy: ich hoffe ich habe da nicht zu viel versprochen).
Hauptsehenswürdigkeit der Gegend ist der Nationalpark Monkey Mia, dort gibt es Delphine die man bei einer täglichen Fütterung ganz aus der Nähe sehen kann. An diesem jenen Tag jedoch waren sie schon wieder weg, bzw. schwammen nur noch in einiger Entfernung herum. Egal, es ging dann halt zur nächsten Fütterung am kommenden Morgen. Roland hat sich dann stattdessen mit seinem Taucheranzug ins eiskalte Wasser gewagt, bewaffnet mit Schnorchel und Flossen und mit dem Ziel mit den Delphinen zu schwimmen. Das sahen die Delphine allerdings anders und blieben auf Abstand. Egal, wir fanden Roland sehr tapfer und haben nur mal kurz nen Zeh ins kühle Nass gehalten. Einstimmige Ablehnung, zum baden gäbs bestimmt noch wärmere Gelegenheiten. Zwischendrin gab‘s dann noch einen kleinen Schauer, aber auch den hat Roland, völlig in die Delphinjagt vertieft, im Wasser ausgeharrt. Sonst gab’s nicht viel zu sehen und so haben wir bald auch schon wieder den Rückweg angetreten um uns in Ruhe ein gemütliches Lagerfeuer zu machen. Auch hier wieder: wunderbar, wir lieben Lagerfeuer, leider stanken wir wieder zum Himmel. Auf dem Rückweg wollten wir noch ins Aquarium zur Haifischfütterung, das hatte aber leider schon zu. Perfektes Timing mal wieder. Seufz.
Zuvor sind wir jedoch noch zu einem Aussichtspunkt gefahren. Dort haben wir ein junges Schweizer Pärchen getroffen mit denen wir uns nett unterhalten haben. Es ist immer wieder schön mit anderen Reisenden zusammen zu kommen. Die beiden wollten an diesem Aussichtspunkt übernachten, hatten sie doch auch einen gut ausgestatteten Van. Die gibt es hier übrigens zu mieten: alte Vans mit Bettchen und Küche ausgestattet. Backpackers, Wicked-Vans und andere Verleihe statten all die vielen Touristen die sich kein eigenes Gefährt leisten können für ca. 50 Dollar pro Tag mit einem reisetauglichen Van aus. Allerdings: die sehen teilweise sehr alt, klapperig und wackelig aus und wir wollen nicht wissen wie viele davon regelmäßig den Geist aufgeben, von wegen reisetauglich.
Roland und Sören haben dann den Abend erfolglos mit Angeln verbracht, während die Mädels sich beim wärmenden Feuer mit einer netten Unterhaltung und viel heißer Schoki die Zeit vertrieben haben. Jedem sein Pläsir, wa.
Morgens ging’s dann richtig früh los, damit wir auch ja nicht die Delphine verpassen. Leider merkt man, dass wir unsere guten Deutschen Tugenden doch teilweise auf der Reise zurückgelassen haben, denn wir waren beinahe wieder zu spät. Auf jeden Fall waren wir die Letzten. Grummel. Dennoch, es war spannend den Tieren so nahe zu sein und der glückliche Sören durfte sogar einen der Delphine füttern. Danach sind wir zurück nach Denham gefahren. Auf dem Weg liegt die Little Lagoon, dort haben wir halt gemacht und sind ein wenig barfuß am Wasser entlang spaziert. Chrissy hat Muscheln gesammelt und die beiden Jungs haben ihr fleißig dabei geholfen. Katha hat sich währenddessen auf ein entspanntes Sonnenbad konzentriert. Das Wetter war endlich wieder besser, der Himmel blau und die Sonne wunderbar warm. Traumhaft.
Bevor es dann tatsächlich weiter ging mit unserem Roadtrip, haben wir uns doch noch das Aquarium angesehen. Das war eine sehr gute Entscheidung, denn das war sogar besser als die Delphinfütterung. Da wir sehr früh dran waren, waren wir die Ersten und so begann der Rundgang als Privatführung. Zudem hatten wir einen sehr netten und euphorischen Guide erwischt, der es nicht nur verstand uns und sich für die vielen Fischarten, deren Aussehen, Fähigkeiten und ganz generell ihr Dasein zu begeistern. Sondern ebenso begeistert erklären konnte welche dieser Tierchen am besten schmecken. Fanden wir spitze. Wir haben einen Fisch gesehen der im Angriffsmodus seine Farbe wechselt, erfahren, dass Schildkröten ihr ganzes Leben lang wachsen und steinalt werden, es Fische gibt die sich sehr erfolgreich als algenbewachsene Steine tarnen, Wasserschlangen nicht wirklich gefährlich sind, Haie nur einen kleinen Appetit haben und es Fische gibt die sich gerne sonnen und welche, die mit einem lauten Plöpp ihre Beute einsaugen, und vieles mehr. Eine tolle Führung und wir haben alle Infos gierig in uns aufgesogen und eine fantastische Zeit gehabt.
Danach gab’s ein Frühstücks-Picknick neben dem Van, bevor es endlich weiter ging: back on the road. Juchuh, wir sind wieder auf Tour.

11.08.2010 Cliff Head North über Geraldton nach Kalbarri

Chrissy August 20th, 2010

Nächster Stop: Geraldton, mit ca. 25.000 Einwohnern eine der größeren Städte Westaustraliens, man mag es kaum glauben. Westaustralien hat ca. 2 Mio. Einwohner, davon leben ca. 1,5 Mio. in Perth, der Rest reicht nicht annähernd um die freie Fläche zu füllen.
In Geraldton haben wir uns erst mal die dortige Kirche angeschaut. Wie so viele Bauten in Australien ist sie sehr schön, jedoch leider nur auf alt gemacht. Wir Europäer sind da wohl ein wenig verwöhnt wenn es um Architektur und Geschichte geht. So sind Australier in Europa beeindruckt von all den alten Kirchen und anderen Gebäuden längst vergangener Tage und fühlen sich mit all den engen Gassen und kurvigen Straßen eine wenig klaustrophobisch. Wir hingegen scheinen in der Weite Australiens ein wenig verloren und staunen über unendliche Aussichten durchzogen von verdammt langen, schnurrgeraden Straßen.
Danach haben wir uns für einige Zeit in der Stadtbibliothek niedergelassen und die Chance genutzt mit der Heimat in Kontakt zu treten. Internet, das war uns klar, würde immer seltener werden, also besser gleich als nie.
Tanken, Einkaufen, weiter geht’s.
Unterwegs nach Kalbarri, das war das Etappenziel des Tages, gab es so manchen netten Aussichtspunkt am Straßenrand. Die Landschaft um uns herum verändert sich stetig, wenn auch manchmal kaum merklich. Der Weg an der Küste entlang bringt es mit sich, dass wir immer mal wieder das Meer sehen, selbst wenn die Straße in einiger Entfernung des Wassers entlangführt. Daher hat man von uns bereits so manchen erfreuten Seufzer gehört, wenn nach mehreren Stunden trockener, öder, roter Sandlandschaft auf einmal als wundervoller Kontrast am Rande ein türkies-blauer Ausschnitt in Sicht kam. Das Meer ist so schon wunder schön, der Kontrast zum Land lässt es jedoch noch schöner wirken. Manches Mal bekommt man gar nicht mit, dass man bereits seit einiger zeit am Wasser entlang gefahren ist, da Hügel die Sicht versperren. Bei Kalbarri kam hinzu, dass wir nicht die geringste Ahnung hatten, dass wir an hohen, steilen Klippen entlang fuhren. Der erste Aussichtspunkt, somit eine Überraschung die uns den Atem geraubt hat.
So sind wir von einem Aussichtspunkt zum nächsten gegondelt. Leider wurde das Wetter immer schlechter. Der Wind wurde stärker, es fing immer wieder zu regnen an und damit sanken auch gleich die Temperaturen. Wir entschieden uns dann für einen richtigen Campingplatz. Dieser bot Duschen, eine Campingküche und ne Grillstelle, wir mussten dafür im Gegenzug Geld bieten . Egal, die heiße Dusche alleine war ihr Geld wert, denn auch wenn Lagerfeuer wirklich Spaß machen, wir stanken alle nach kaltem Rauch und hatten warmes Wasser und Seife dringend nötig.
Die Campingküche kam auch gelegen, da sich das Wetter dazu entschied dem trockenen Land das fehelende Wasser auf einmal wieder zu geben. Die armen beiden, Katha und Sören, verbrachten eine unruhige Nacht im feuchten Zelt mit der ständigen Angst es könnte den Naturgewalten zum Opfer fallen. Wir hingegen fanden‘s dann eher gemütlich mit prasselndem Regen auf dem Autodach und einem leichten Schaukeln im Wind. Nur Chrissy hat sich etwas angestellt, das war mal wieder ihr Nächstenliebe-Gen, denn sie hat sich Sorgen um die beiden Zeltschläfer gemacht. Aber zum Glück hat das Zelt Stand gehalten und uns alle positiv damit überrascht.
Nach einem dekadenten Essen vom Grill, wir hatten Steak und Hähnchen gekauft, endete der Abend mit einer DOKO-Übungsstunde (bereits die Zweite) für Katha und Sören. Endlich kann Roland wieder DOKO spielen, die Freude war groß und es sollte nicht der letzte lange Kartenabend werden. …

10.08.2010 Lancelin nach Cliff Head North

Chrissy August 20th, 2010

Am nächsten Morgen in Lancelin sind wir bereits früh von der Sonne geweckt worden. Katharina entpuppte sich als Frühaufsteherin und hatte bereits einen Strandspaziergang hinter sich als Chrissy aus dem Van gekraxelt kam. (Is ja auch nich mehr die Jüngste, wa) Die Herren der Schöpfung haben das Aufstehen so lange wie möglich hinaus zu zögern versucht, haben ja schließlich soviel Zeit wie wir wollen. Chrissy ist, ganz ihrer guten Vorsätze entsprechend erst mal am Strand joggen gewesen und das fast eine ganze Stunde lang. Der weiche Sand machte das zu einem recht anstrengenden Sport und sie hat es angemessen gebüßt die kommenden zwei Tage :-) . Auch Roland hat sich nicht lange bitten lassen und ist sobald er wach war Chrissy entgegen gejoggt. Katharina hat währenddessen Kaffee gekocht und mit Sören begonnen ein angemessenes Camper-Frühstück auf die Beine zu stellen. Besonders angenehm für uns Jogger, hatten wir Kaffe doch dringend nötig nach der Plackerei. Unser Van ist übrigens sehr komfortabel, auch wenn das Bettchen etwas härter ist als das daheim. So auf jeden Fall, da waren wir uns einig, lässt es sich leben. Nach langem Gekrame, essen, packen und frisch machen waren wir fertig fürs nächste Stück unserer Etappe. Das Einräumen des Autos verlief noch etwas chaotisch und kostete mehr Zeit als gehofft, aber wir waren guter Dinge, dass sich das mit etwas Übung bessern würde.
Also los, weiter ging’s.
Auf der Tagesetappe stand die erste wirkliche Sehenswürdigkeit unserer Reise: die Pinnacles. Das sind natürliche Kalksteinsäulen die sich en masse in einer Wüste tummeln. Eine sehr interessante Naturformation. Wenn auch Nichtgeologen nach einer halben Stunde eher die Nase voll davon haben bei prallem Sonnenschein und Hitze zwischen Phallus ähnlichen Felsformationen hindurch zu watscheln. Dennoch, wir schreiben es auf unsere „Haben wir gesehen Liste“.
Die Fahrt über wurde viel in der Gegend rumgeschaut, die Landschaft bewundert, Geschichten wurden ausgetaucht, … es ist doch alles anders hier, auch wenn man manchmal genauer hinschauen muss. Nach einiger Zeit meinte Sören: „da hinten sieht es aber dunkel aus am Himmel“. Es dauerte jedoch noch einige Zeit bis uns bewusst wurde, dass es sich dabei nicht um Regenwolken handelte. Genau in der Richtung, in die wir fuhren, schien es einen Waldbrand zu geben. Eine Riesengroße graue Rauchwolke stand da am Himmel und wir hielten drauf zu, denn viele Ausweichmöglichkeiten gab es nu nich. Irgendwann fingen wir dann auch den Rauchgeruch auf und zu guter Letzt bekamen wir an unserem späteren Zeltplatz einen kleinen Ascheregen ab. Das war schon ein wenig beunruhigend, doch wie ihr Euch denken könnt, wir leben noch und auch die Wimpern sind noch dran. Den eigentlichen Brand haben wir nicht zu Gesicht bekommen und auch die Brandstelle haben wir nie passiert, also alles halb so wild. Wir hoff(t)en einfach, dass es sich um einen dieser kontrollierten Brände handelte bei denen das Unterholz ausgedünnt wird um Waldbrände zu verhindern. Aber wer weiß.
Die Campingstelle des Abends war atemberaubend, da sehr abgelegen, ruhig und direkt am Meer. Wir saßen also tatsächlich mit einem Lagerfeuer direkt am Strand und haben den unheimlich schönen Sternenhimmel, das rauschende Meer im Hintergrund, das Feuer, die Ruhe und ein leckeres Abendessen inklusive Feierabendbierchen genossen. Einfach wunderbar! Es gab Stockbrot, oder so ähnlich zumindest, Chrissy hat einfach aus dem was da war nen Teig gezaubert den man um nen Stock wickeln und übers Feuer halten konnte: et voilá Stockbrot :-) . Sören entpuppte sich als Ex-Pfadfinder, eine Tatsache die viel Raum bot für Unmengen guter, wie auch weniger guter, Pfadfinderwitze. Das Einzige bei dem wir Abstriche machen mussten waren die sanitären Anlagen, in diesem Fall zwei Plumpsklos. Aber da haben wir ja im Laufe der Reise so manch anderes Loch gesehen und sind da inzwischen schmerzfrei. Zudem haben wir ja unseren Pfadi dabei, der wird schon wissen wo und wie man am besten ein Loch buddelt, sollte es mal keine Klos geben ;-) .
Fazit: auch Abend Nummer 2 eine echter Erfolg, so kann’s weiter gehen.

P.S. Ach ja, ein weiteres Highlight: Roland hat sich, nach langem Nörgeln seitens seiner Freundin, endlich von seinen ollen Schuhen getrennt. Jetzt kann Chrissy sich endlich wieder mit ihm sehen lassen :-) .

Von Perth nach Lancelin – endlich geht’s los

Chrissy August 11th, 2010

Erster Halt: Lancelin. Den ersten Tag wollten wir es langsam angehen lassen und haben uns mit einer kürzeren Fahrstrecke zufrieden gegeben. Das gab uns zudem die Gelegenheit unser Equipment bei Tageslicht auszuprobieren. Es wird hier recht früh dunkel, vor allem wenn man bedenkt, dass es eigentlich noch Winter ist. Die 25 Grad bei strahlendem Sonnenschein lassen mich das doch manchmal glatt vergessen. Die 10 Grad nachts, erinnern mich dann jedoch wieder.
Lancelin ist ein kleiner Ort mit, wie könnte es anders sein, schönen Stränden, berühmt fürs Surfen. Wir sind dort ein wenig herumgekurvt, haben uns in Ruhe umgesehen und sind dann an einen abgelegenen Parkplatz, mit Klo- und Duschhäuschen gefahren und haben dort unsere Zelte aufgeschlagen (sprichwörtlich :-) ). Besonders phantastisch finde ich die Tatsache, dass wir mehr, oder weniger, direkt am Meer campen. Die gesamte Strecke hoch in den Norden führt uns an der Küste entlang und ich bin gespannt zu sehen welche Aussichten, Strände, Orte und Campingplätze uns noch so erwarten. Wir haben zuerst einen Strandspaziergang gemacht und Roland (der Mutige) hat sich mit dem Surfbrett in die Wellen gestürzt, trotz eisiger Kälte. Katharina, Sören und ich haben begonnen fürs Abendessen zu sorgen. Nebenbei haben wir das Zelt aufgebaut und den Van zum mobilen Schlafzimmer umgerüstet und uns die gesamte Zeit gefreut endlich auf Tour zu sein. Das Essen war phantastisch, die Stimmung auch und wir haben uns alle glücklich und zufrieden zur ersten Nachtruhe unseres Nomadenlebens begeben. Gute Nacht!
Am nächsten Morgen gings nach einem angemessenen Campingfrühstück und nem starken Kaffe wieder “back on the road” …

Perth Ade (eine kurze Zusammenfassung)

Chrissy August 11th, 2010

Abschiedsszenen prägten die letzten Tage in Perth und irgendwie ist es doch auch schade zu gehen. Wobei ich gestehen muss, dass dieses Gefühl immer nur kurz anhält, die Freude über die Weiterreise ist einfach zu groß. Dennoch: es war eine tolle Zeit, wir haben viele interessante Menschen kennengelernt, viel Neues gesehen und gelernt, Spaß gehabt und uns im Großen und Ganzen doch auch wohl gefühlt. Die Engländer in der WG haben es verstanden mich immer wieder in den Wahnsinn zu treiben, dennoch, auch sie werde ich vermissen. Mein Job war grundsätzlich eher von der besch… Sorte, die KollegInnen jedoch haben es verstanden jeden Tag besser zu machen und ich habe sehr viel gelacht. Ich habe es mir natürlich nicht nehmen lassen ein paar kreative Abschiedsgeschenke zu verteilen und so bleibt z.B. den Krankenschwestern und PCAs im der Kinderstation ein Warnschild von mir erhalten: „beware – hungry nurses“, womit ich auch gleich eine gehörige Anspielung gemacht habe auf die vielen Süßigkeiten die sich vor allem besagte Krankenschwestern in viel zu großen Mengen einverleiben. Alle fanden es gut, das haben sie zumindest behauptet, wer weiß, vielleicht hängen sie es ja auch einfach wieder ab, jetzt wo ich weg bin. :-) Da nicht nur ich die Station verlassen habe, haben wir ein gemeinsames Abschiedsessen beim Italiener auf die Beine gestellt und einen wunderbaren Abend gehabt. Ich hoffe wie immer sehr, dass wir es schaffen ein wenig in Kontakt zu bleiben und, dass mich die ein oder andere auch mal in Deutschland besuchen kommt. Nach dem Essen ging’s dann noch mit Farah, einer der jüngeren Krankenschwestern, in einen Club in Fremantle. Kaum waren wir dort, ratet wen wir getroffen haben: „meine Jungs“, das ganze Pack :-) , soll heissen: Roland, Dave, Guy, Mitch, Keinko (unser Nachmieter) plus ein weiterer Kumpel. Der Abend wurde damit ganz besonders feucht fröhlich und sowohl Roland, als auch ich, hatten eine Menge Spaß. Den Tag drauf herrschte im Haus furchtbare Katerstimmung (alle hingen über :-) ) und wir haben tapfer damit begonnen unsere übrig gebliebenen Habseligkeiten im Van zu verstauen. Wir waren zwar erfolgreich, mehr geht jedoch auf keinen Fall.
Mit unserer Wahnsinns Ausstattung ging’s dann auch schon bald los. Wir haben also am Montagmorgen unsere Mitfahrer aufgegabelt und sie auch noch mit ins Auto gequetscht. Dann ging’s einkaufen und ab nach Norden!
Chrissy und Roland hitten endlich wieder die road :-) .

Hallo alle miteinander,

Chrissy July 3rd, 2010

nach langer Zeit finde ich doch tatsächlich heute noch mal Zeit und Muße ein wenig zu berichten. Wir sind weiterhin in Perth und eigentlich is nix tolles passiert. Bald geht es jedoch weiter, denn Anfang August geht’s endlich wieder auf Tour und dann haben wir auch endlich wieder spannendes zu erzählen, hoffe ich.

Wer hätte das gedacht, da haben wir uns doch tatsächlich im warmen Australien ne Grippe eingehandelt. Aber wen wundert‘s bei den Temperaturschwankungen. Wir haben es eines Nachts an den Nullpunkt geschafft, da waren die Autoscheiben leicht zugefroren. Das habe ich nicht erwartet. Heute hingegen waren es tagsüber angenehme 20 Grad und wir haben den größten Teil des Tages in der Sonne vorm Haus verbracht. Deutsches Aprilwetter sozusagen. Was noch hinzu kommt: australische Häuser besitzen keine Heizungen. Es gibt wenn dann Kaminstellen, oder Klimaanlagen in einzelnen Räumen. Bei uns heißt das konkret: ne Klimaanlage in der Küche, die genau da zum heizen keinen Sinn macht denn die Lebensmittel müssen ja kühl bleiben. Und ach ja, nur um mal ein Bild davon zu geben wie kalt es im Haus ist: das Nutella im Wandschrank ist hart. Die Feuerstelle im Wohnzimmer hat anscheinend einen elektrischen Abzug, von dem jedoch niemand so recht weiß wie der ohne Abzugsloch funktionieren soll. Zudem hat der einmalige Versuch der Jungs das Ding zum Laufen zu bringen die Sicherungen raus gehauen. So sitzen wir abends mit heißem Tee unter vielen warmen Decken auf der Couch und frieren sobald wir uns dort fortbewegen. Naja, auch hier geht der Winter bestimmt vorbei. Zudem ist es trocken, ich find‘s angenehm, die Bauern nicht. Euch auf jeden Fall noch viel Spaß beim schwitzen, habe gehört ihr genießt einen fabelhaften Sommer.

Wir genießen die WM hier übrigens auch in vollen Zügen, wobei wir es vermissen gemeinsam mit Familie, Freunden und Bekannten die Spiele zu schauen. Fußball ist hier nicht allzu populär, erst recht nicht seit die Sockeroos rausgeflogen sind. So gibt es nur wenig public viewing und wenn, dann er zurückhaltend, zumindest was die Aussies angeht. Wir haben alle Spiele verfolgt, trotz unmöglicher Zeiten und dank Fan-Paket aus der Heimat können wir auch hier die Fahne schwenken und angemessene „Kriegsbemalung vorweisen“. Die Tatsache, dass unsere Mitbewohner alle samt Engländer sind machte die ersten Wochen zudem noch spannender und das Spiel Deutschland – England war natürlich ein besonderes Highlight, wenn auch anstrengend.
Ich war zu diesem Zeitpunkt gerade krank und bin zuvor mit meinen Kolleginnen essen gewesen. Beim Inder. Eine Tonne Make Up konnte auch nicht darüber hinweg täuschen wie beschissen es mir ging. Das Essen war ein Abschiedsessen, denn derzeit verlassen alle gleichzeitig das Team. Liz ist in eine andere Abteilung versetzt worden, wegen einer Rückenverletzung. Sarah hat bald ihr Studium geschafft und startet als Krankenschwester durch. Abby wurde bereits versetzt, wegen einer Hüftverletzung (und ja, die Verletzungen haben sie sich beide bei der Arbeit zugezogen). Steph hat ihr Studium angefangen und kann daher nicht mehr Vollzeit kommen, die Folge war die Kündigung. Ich ziehe bald weiter. Kerry und Peter bleiben zurück und finden das ziemlich stinke gemein von uns. War ein schöner Abend und ich bin sicher das indische Essen war an sich vorzüglich, ich habe leider selbst davon nicht viel geschmeckt dank Erkältung.
Als ich dann vom Essen zurück kam stand Roland schon in der Einfahrt, völlig aufgeregt, er habe schon geglaubt ich hätte das Deutschlandspiel vergessen. Es war viertel vor zehn zu diesem Zeitpunkt, um 22Uhr startete das Spiel. Ich hatte es nicht vergessen, verstand aber die Aufregung zuerst nicht. Des Rätsels Lösung: Roland wollte mit den Jungs im Kasino das Spiel sehen und hatte nicht mitbekommen (oder so, soviel zum zuhören wenn ich was sage), dass es o.k., ist, wenn er mit den Jungs dahin fährt und ich irgendwann nach komme, da ich ja nicht wusste wann ich zuhause sein würde. So hatte er tapfer auf mich gewartet und Angst gehabt er würde alles verpassen wegen mir. Naja, das erste Tor haben wir tatsächlich verpasst, aber es folgten ja noch genügend :-) . Bisher waren wir ja immer nur mit den Engländern zu ihren Spielen ins Kasino gegangen, da die Deutschlandspiele immer um 2:30Uhr nachts und gerne an Sonntagen waren, bot sich das für diese leider nicht an. Es war also das erste Mal mit auch deutschen Fans und es war spitze. All die Fangesänge, gute Stimmung, mehr schwarz-rot-gold. Wunderbar. Leider waren wir immer noch zahlenmäßig weit unterlegen und die Engländer sind ganz schön laut. Unsere Jungs auch, sie sind aber friedlich, was man von vielen anderen Engländern nicht behaupten kann. Wie sagte Dave: “They are all Dickheads”. Und das aus dem Munde eines Engländers. Naja, am Anfang ging alles gut und wir haben das Spiel einfach nur genossen. Dann fingen aber leider einige Engländer in unserer Nähe an etwas aggressiver zu werden, noch nicht wirklich schlimm, nur aufdringlicher. Dann ganz plötzlich, ohne Vorwarnung hat ein ziemlich betrunkener Typ vor uns einem anderen seine Krücke aus der Hand gerissen und angefangen damit wild in die Menge deutscher Fans zu schlagen. Die Krücke ist nur Zentimeter an Rolands und meinem Kopf vorbei gesaust und alles ist erst mal wild auseinander gestoben. Ein Typ hat die Krücke mit seinem Unterarm abgefangen und die Sicherheitsleute haben den Schläger dann überwältigt. Ging alles sehr schnell. Der deutsche Fan musste dann gehen und seine blutende Feilschwunde versorgen lassen. Sah ekelig aus. Damit war die Stimmung natürlich erst mal hin. Aber wir haben sie schnell wieder gefunden. Wir wären nach dem Speil dann sehr gerne geschlossen mit unseren englischen Jungs hinausmarschiert um zu zeigen, dass das auch geht. Leider konnten wir sie im Chaos nicht finden. Auf dem Weg raus haben wir dann leider noch so manchen laut grölenden Vandalen gesehen und Dave meinte später es gab noch einige Raufereien. Der Unterschied zwischen englischen und deutschen Fans ist schon bei den Gesängen sehr groß: wo wir eher für unsere Mannschaft, für Fußball und für den Sieg singen, verlegen sich die Engländer gerne auf Songs gegen ihre Gegner, gegen deren Sieg und im Zusammenhang mit den Deutschen natürlich auch gerne auf rassistische Lieder. Schade. Einmal singen die z.B. “two world wars and one world cup” die sie gewonnen haben. Oder “rather be a paki (pakistani) than a kraut (deutscher)”, oder “lets get fucking mental” … naja, alles eher von der aggressiveren Sorte. Egal, wir hatten dennoch Spaß und freuen uns aufs nächste Deutschland Spiel im Kasino, dann ohne Engländer (hehe). Den Montag nach dem Spiel habe ich mich dann übrigens krank gemeldet auf der Arbeit, denn ich war wirklich völlig verrotzt, habe gehustet und hatte Kopfschmerzen die kaum auszuhalten waren, soviel zu dem Spruch „wer feiern kann, kann auch arbeiten“. Inzwischen bin ich wieder fit und nachher geht’s zum nächten Deutschlandspiel wieder ins Kasino. Euch daheim auch ganz viel Spaß dabei und trinkt doch mal ein Bierchen für uns mit!

Neben der Erkältung haben wir es zudem beide geschafft uns Wurzelbehandlungen einzuhandeln. Roland zuerst und ich folgte einige Zeit später. Am Montag kommt die abschließende Füllung. Das hat zur Folge, dass wir einen guten Teil unserer Ersparnisse dem Zahnarzt in den Hals schieben, denn Holla die Waldfee, so ne Wurzelkanalfüllung is nich nur unangenehm, sondern auch Ars… teuer. Egal, wir ham’s ja. Damit sich das Ganze dann auch wirklich richtig lohnt, wars bei mir ein Zahn mit gleich drei Wurzeln und ich habe 1 ½ Stunden auf dem Zahnarztstuhl verbracht. Dank Betäubung war das Ganze eher nervig als schmerzhaft und ich wurde durch Mr. Bean unterhalten, denn die Zahnärztin hat einen Flachbildschirm an der Decke um ihre PatienInnen angemessen zu unterhalten. Ich durfte zudem eine Weile zuschauen was die beiden denn da so in meinem Mund veranstalten. Zur Krönung des ganzen hat die Ärztin mir meine Zahnwurzel gezeigt, das war wirklich spannend. Hatte nicht gedacht, dass die so lang sind und tatsächlich aussehen wie Wurzeln.

Zudem haben wir uns leider von unserem Rusty getrennt. Um genauer zu sein: wir versuchen verzweifelt ihn zu verscherbeln, leider klappt das nicht so recht, drückt uns die Daumen, dass wir noch was für die Karre bekommen. Nach mehrfachen Pannen mit dem Auto, vielfachem fluchen seitens unseres Hausmechanikers und zwei Wochen lang bei Wind und Wetter Fahrrad fahren, hatten wir die Schnauze voll und haben uns ein anderes Auto gekauft. Rusty wird seither nur sporadisch genutzt und ist zum Verkauf frei gegeben. Das neue Auto glänzt daneben und wir freuen uns über allerlei luxuriöse Kleinigkeiten wie Servolenkung, Kaffeehalter, funktionierende Scheinwerfer, etc. und überhaupt darüber, dass alles funktioniert und das ganz ohne klappern und ohne draufhauen oder gegentreten zu müssen. Wir suchen noch nach einem Namen, Vorschläge werden gerne entgegengenommen. Es handelt sich um einen weißen Mitsubishi Starwagon, 8 Sitze, Baujahr ´97, Benziner mit Gangschaltung und wir freuen uns so sehr über die Karre, dass wir jede Gelegenheit nutzen ein wenig herumzufahren. Bald geht’s damit also auf Tour, wir freuen uns schon riesig.

So, nu seit ihr wieder auf dem Laufenden .
Liebe Grüße aus der Ferne, genießt den Sommer, zelebriert die WM angemessen und überhaupt, lasst es Euch gut gehen in der Heimat.

Cheers Mates
Chrissy

Hier ein paar Fotos…

Chrissy June 19th, 2010

… wenn wir schon nicht schreiben, gibt’s wenigstens ein paar Fotos zum Schauen. Viel Spaß dabei!
Chrissy und Roland

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