Roland allein in der Welt
roland.ellerweg January 15th, 2011
Wie mittlerweile wahrscheinlich alle Wissen ist Chrissy wohlbehalten in Deutschland angekommen (genauer gesagt ist sie schon seit dem 15.11 wieder in der Heimat). Der Grund dafür ist nicht, dass ich ihr so auf den „Sack“ gegangen bin, dass sie die Flucht ergreifen musste (jaja, ich weiß, das ist was alle vermuten würden). Vielmehr treibt sie die Hochzeit unserer Freundin Lea sowie ein neuer Job in Köln zurück in die Heimat.
Nun aber zurück zur Reise. Nach dem Abschied von Tim und Brummer, hatten wir nur noch zwei gemeinsame Tage in Sydney. Diese Tage waren erstaunlich ereignislos. Wir verbrachten die meiste Zeit mit organisatorischen Dingen. Fragen wie was nimmst du mit, was nehm ich mit, was verschenken wir oder was schmeißen wir weg, mussten geklärt werden. Ehe wir uns versahen waren die beiden Tage auch schon um und wir waren gezwungen einander „Bis Bald“ zu sagen.
Nach zwei Abschieden innerhalb von 2 Tagen stand ich, klein Roland, also mal wieder alleine da („mal wieder“ weil ich ja bereits den Anfang der Reise alleine bestritten hatte). Lange sollte auch ich nicht in Sydney verweilen. Ich hatte bereits in Darwin ein Ticket nach Buenos Aires, Argentinien gebucht. Abflug Datum sollte der 2. Dezember sein. Somit musste ich also noch 2 Wochen in Sydney rumkriegen.
Die Zeit in Sydney rumzukriegen war gar nicht mal so einfach. So ziemlich alle Backpacker in dem Hostel gingen einem Beruf in Sydney nach. Bis heute habe ich nicht verstanden warum die sich nicht einfach eine temporäre Wohnung in der Stadt nehmen anstatt sündhaft viel Geld im Hostel zu lassen. Wie dem auch sei… Dadurch, dass die „Traveller“ eher Arbeiter waren musste ich Touren, Museen etc. vorwiegend alleine besuchen. Ich mache sowas zwar ohnehin immer mal wieder gerne alleine, aber ab und zu wäre ein bisschen Gesellschaft von Vorteil gewesen.
Neben der Erkundung der Stadt und der Umgebung habe ich mich auch dem Surfen oder besser gesagt dem Wellenreiten gewidmet. In Manly, etwas oberhalb von Sydney buchte ich einen Surfkurs und nach dem Surfkurs hatte ich mir immer wieder mal ein Surfboard ausgeliehen. Zwar war ich halbwegs erfolgreich (soll heißen ich bin in den sogenannten „Weiß Wasser“ Wellen aufgestanden und habe ein wenig nach links und rechts navigiert), jedoch wird Wellenreiten wohl nie mein Sport werden. Das Rauspaddeln ist zu anstrengend, das Warten auf die richtige Welle zu langweilig und das tatsächliche Wellenreiten zu kurz. Da bleibe ich doch lieber beim Kitesurfen oder beim Wasserskifahren.
Nachdem ich zwei Wochen mit den oben genannten Aktivitäten „todgeschlagen“ hatte, ging schließlich mein Flieger. Dieser Flieger, flog übrigens nicht wie man es erwarten würde gen Osten nach Argentinien, sondern Westwärts mit zwei Zwischenstopps. Sydney-Kuala-Lumpur, Kuala-Lumpur-Kapstadt, Kapstadt-Buenos Aires. Insgesamt 30 Stunden Flugzeit. Dazu kamen ein 20 stündiger Aufenthalt in Kuala-Lumpur den ich nutzte um die hässlichen Petrona-Towers anzusehen, sowie ein 1-stündiger Stop in Kapstadt. Statt in den Fußstapfen von Jules Verne’s Phileas Fogg also eher „Jetlag extreme“.